IT Energieeffizienz - „Green IT“
Die Knorr-Bremse AG, München, setzt sich seit vielen Jahren auf vielfältige Weise für den Umwelt-schutz ein. Dies belegen u.a. die Verleihung der Bayerischen Staatsmedaille für Verdienste um Um-welt und Gesundheit im Oktober 2005 und der Beitritt zum „Umweltpakt Bayern – Nachhaltiges Wirtschaften im 21. Jahrhundert“.
Mit dem Beitritt zum Umweltpakt Bayern verpflichtet sich Knorr-Bremse zu einer qualifizierten freiwilligen Umweltleistung. Hierzu gehören neben der Fortführung eines betrieblichen Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 und den damit verbundenen Maßnahmen zur Ressourcenschonung, des Immissions- und Gewässerschutzes insbesondere die Sicherung einer umweltgerechten Mobilität.
Die umweltorientierten Aktivitäten erstrecken sich über das ganze Unternehmen inklusive der IT.
Seit mehreren Jahren hat die Knorr-Bremse eine IT-Strategie, die auf die Konsolidierung der IT Infra-struktur in ein zentrales Backbone und die dezentrale Bereitstellung von Prozessen und Support ge-richtet ist. Durch den Erhalt des IT Strategy Award’s des Handelblatts wurde diese Strategie bereits prämiert. Die konsequente Umsetzung dieser Strategie beinhaltet auch die Anwendung des „Fast follower“ Prinzips, wonach technologisch modernste Infrastrukturen zu Einsatz kommen und eine Zentralisierung von über 90% der Serverkapazitäten im Corporate Data Center (CDC) in München möglich wurde.
Mit der Green-IT Initiative wurden die bisherigen Aktivitäten überprüft und auf weiteres Potenzial hin untersucht und einem Benchmark unterzogen.
Hierzu wurde im Juli 2008 ein spezielles „Green-IT“ Projekt mit folgenden Schritten aufgesetzt:
1. Bestandsaufnahme inkl. Bewertung der bereits implementierten Maßnahmen
2. Ableitung und Bewertung (Aufwand, Nutzen) von Maßnahmen
3. Entscheidung über Maßnahmenumsetzung (abhängig von der Wirtschaftlichkeit und der Priorisierung im Rahmen des Projektportfolios)
4. Verfolgung der genehmigten Maßnahmen
Im Scope des Projektes sind das Rechenzentrum (Corporate Data Center) und die Client/Peripherie Infrastruktur.
Die Bestandsaufnahme (Schritt 1) erbrachte folgende Ergebnisse:
Der RZ-Energieeffizienzfaktor (= Gesamtstromverbrauch des Rechenzentrums zum Gesamtstrom-verbrauch IT-Infrastruktur wurde von 3,0 (Knorr Bremse RZ alt) auf 1,88 (heutiges CDC) reduziert. Damit liegt Knorr Bremse deutlich über dem klassischen Endanwender auf dem Niveau professioneller Hosting-Anbieter.
Diese Reduzierung konnte trotz Verdreifachung der physikalischen Serveranzahl u.a. durch folgende strategische Maßnahmen erzielt werden:
Zentralisierung der Rechenzentren im CDC (ca. 90% aller Server im CDC)
Konsolidierung von Servern, Storage und Netzwerk im CDC
o Nutzung von Bladeservertechnologien
Virtualisierung
Moderne Infrastruktur (Strom, Klima) im CDC
o Sehr effiziente Kühlung über eigenes Brunnenwasser mit 12 oC / Wärmepumpe
o Modulare, hocheffiziente USV
o Höhere Effizienz (durchschnittlich 40%) der heutigen CPU’s und Netzteile
Trotz sehr starken Wachstums und steigender Energiepreise seit 2005 (41%) stiegen die Gesamt-energiekosten nur um 27%.
Im Client/Peripherie Infrastruktur – Umfeld konnten durch folgende Maßnahmen wesentliche Einsparungen erzielt werden:
Zyklischer Austausch der Client-Hardware (ca. 2090 PC-Arbeitsplätze) alle 4 -5 Jahre spart ca. 42% Energiekosten trotz Wachstum (ca. 290 PC-Arbeitsplätze in 5 Jahren)
Umweltorientiertes Entsorgungskonzept (konsequente und professionelle Wiederverwendung gebrauchter Endgeräte über Dienstleister GS Datentechnik)
Austausch von CRT gegen TFT Monitore führte zu einer jährlicher Stromkostenersparnis von ca. 75%
Druckerkonsolidierung (1 Drucker : 7 Mitarbeiter) führte zu einer jährlicher Stromkostenersparnis von ca. 73%
Belegloser interner und externer Datenaustausch (E-Mail, eCommerce, WebEDI, EDI, Inter-company Business)
Fazit aus Schritt 1: Knorr Bremse ist aus „grüner“ Sicht des Rechenzentrums und der Client/Peripherie Infrastruktur sehr gut aufgestellt.
Im Schritt 2 wurden Empfehlungen für weitere Verbesserungsmaßnahmen unter Kosten/Nutzen-Aspekten abgegeben, die folgende Bereiche umfassen:
Rechenzentrum (CDC)
o Bauliche und technische Maßnahmen (Kalt-/Warmgangprinzip, Blindblenden bei leeren Rackplätzen, Frequenzumrichter für Umluftgeräte, Temperaturfühler, Abluftkanäle, Doppelbodenschlitzplatten) -> Einsparung von ca. 15% an reiner Kühlenergie
o Optimierung Energieversorgung (Reduktion des Betriebs der USV Anlagen, Betrieb im oberen Leistungsbereich)
o Konsolidierung der SUN-Plattformen
o Serverabtausch (x86) auf neue Technologie (Blade) im Rahmen der normalen Ab-schreibungszyklen
Clients und Peripherie
o Einstellungen auf den Clients (Energieeinstellungen, 3D-Bildschirmschoner, …)
o Beachtung der Energieeffizienz bei Hardwareanschaffungen
o Minimierung des Papierverbrauches (Farbseiten, doppelseitiges Drucken)
o Vermeidung von Reisen durch Nutzung von Plattformen für Kommunikation (für einen Hin- und Rückflug MUC-HH kann eine Videokonferenzanlage ca. 3,5 Jahre betrieben werden)
Bis auf wenige Verbesserungsmaßnahmen (wie z.B. Austausch Desktops durch Laptops, dynamische Prozessortaktung, harte Abschaltung der Clients in der Nacht) mit geringen Einspareffekten versus hohen Implementierungskosten wurden im Schritt 3 die vorgeschlagenen Maßnahmen genehmigt.
Außer der Umsetzung der Doppelbodenschlitzplatten sind alle genehmigten Verbesserungsmaß-nahmen realisiert (Schritt 4); Status: März 2009.
Rating overall: 100 %
Größe Projektteam: 5
