Gesamtbankensystem des Schweizer Bankendienstleisters RTC: Umstieg von Mainframe- auf SOA-Architektur
Der Bankendienstleister RTC Real-Time Center AG (RTC) wird bis 2011 sein gesamtes Kernbankensystem von einer monolithischen Struktur auf eine service-orientierte Architektur umgestellt haben. Seit 2005 schaltet das schweizerische Unternehmen gemeinsam mit dem Projektpartner SoftwareLoft IT-Solutions sukzessive neue Anwendungen frei. RTC beansprucht mit seiner neuen Banking-Plattform IBIS3G eine First-Mover-Rolle. Das neue Gesamtbankensystem hilft dem Dienstleister, bessere Produkte anzubieten und Marktanteile zu gewinnen.
Die Bank hatte eine Produktidee. Ein Kunde von RTC wollte eine Lohnausfall-Schutzversicherung auf Hypotheken anbieten. Früher hätte die Implementierung eines solchen Produktes Wochen gedauert, berichtet Roberto Longoni, Senior Product Manager bei RTC. Mit IBIS3G geht das schneller: Von der Entscheidung zur Einführung dauerte es nur wenige Tage. „Banken können mit unserem neuen System sehr schnell neue Produkte oder Geschäftsmodelle gestalten und damit aktiv auf Marktanforderungen reagieren - das ist ein klarer Wettbewerbsvorteil", sagt Roberto Longoni. Diese Flexibilität und Schnelligkeit verdanke RTC seiner neuen Gesamtbankenlösung IBIS3G. Longoni: „Mit unserer neuen Plattform stehen wir technisch und funktional an vorderster Stelle. Bei anderen ist die IT ein Stolperstein, bei uns ist sie ein Asset."
2005: Objektorientierung im Blick
-- RTC ist einer der grössten Bankendienstleister der Schweiz. Die 400 Mitarbeiter des Tochterunternehmens der Berner Kantonalbank erwirtschafteten 2008 260 Millionen Franken Umsatz. Bereits 1973 ging RTC mit der Banking-Software IBIS an den Start. Im Jahr 2005 beschloss der Dienstleister mit Sitz in Bern-Liebefeld, sich vollständig von seiner Mainframe-Lösung zu trennen und zu einer modularen, objektorientierten IT-Struktur überzugehen. Die Idee zu IBIS3G war geboren. Mit der neuen Plattform, berichtet Product Manager Urs Meier, legt man ein klares Bekenntnis zur service-orientierten Architektur (SOA) ab und profitiert von zahlreichen Vorteilen: geringere Betriebskosten und Total Cost of Ownership (TCO), hohe Flexibilität dank der modernen Struktur und die Möglichkeit, viel mehr Prozesse zu automatisieren. 2011, so das Ziel der IT-Bankspezialisten aus Bern, soll beim Mainframe der Stecker gezogen werden. Für RTC steht dabei von Anfang an fest, dass man differenzierende Produkte selbst entwickelt und gleichzeitig eine Best-of-Breed-Strategie verfolgt. Urs Meier: „Mit diesem Ansatz erreichen wir, dass die Lösungen bedarfsgerecht, aufeinander abgestimmt konzipiert und in ihrer vollen Tiefe implementiert werden. Dabei stellen wir sicher, dass die Prozesse von verschiedenen Geschäftsmodellen einer Bank, unter anderem auch BPO und mandantenübergreifende Verarbeitung, optimal unterstützt werden."
„Ein bedeutender Partner"
-- Das Hamburger Software- und Beratungshaus SoftwareLoft ist von Anfang an ein „bedeutender Partner" in dem innovativen Erneuerungsprojekt, heisst es bei RTC. Die Hamburger mit der Spezialisierung auf Bankenprozesse und -IT vervollständigten für den Schweizer Dienstleister zunächst erfolgreich einen bereits im Hause implementierten Service für Disponibilitätsprüfung, danach folgte Projekt auf Projekt. „Die Module von SoftwareLoft haben in IBIS3G eine zentrale Bedeutung", sagt Urs Meier. Der Product Manager: „SoftwareLoft ist für uns ein sehr wichtiger Partner, der sowohl in der Beratung als auch in der Softwareproduktion eine sehr hohe Qualität liefert und damit grosse Mitverantwortung für das Gelingen unseres Grossprojektes trägt." Mit dem ersten Projekt, der Einführung des Dispo-Service im Jahr 2005 mit einer asynchronen Java- EE-Messaging-Technologie, war aus Urs Meiers Sicht der Beweis erbracht, dass Java als skalierbare Plattform für Massenabwicklung funktioniert. Beim zweiten Projekt, der Einführung eines neuen Buchungsservice (2006), kam erstmals Java EE in Verbindung mit einer Business-Rule-Engine zum Einsatz. Auch hier konnte man beweisen, dass die neue Plattform grosse Volumen bewältigen kann, berichtet Urs Meier. Also ging es gemeinsam mit SoftwareLoft an das nächste Projekt, an die Kernsysteme der Bank: Mitte 2008 wurde der neue Geschäftsservice aktiv geschaltet.
Dabei modellierte und entwickelte SoftwareLoft gemeinsam mit RTC neue Module für Zahlungsverkehr, Wertpapier- und Kreditgeschäft, Kontoführung und Web-Anwendungen - und das gleichzeitig. Urs Meier: „Dank der innovativen Architektur konnten wir die vielen Teilprojekte parallel entwickeln und implementieren. Früher mussten wir für die Integration der Geschäftsabwicklung pro System separate Schnittstellen zum Mainframe bauen, heute können wir viele abwickelnde Systeme zugleich über zentrale Schnittstellen am Geschäftsservice andocken und zusätzlich generische Geschäftsvorgänge abbilden. Das ist ein grosser Vorteil für die Betriebsstabilität und reduziert die Komplexität der Lösung."
Neue Masken erleichtern die Arbeit
-- Im Frühjahr 2009 gingen mit der Kontoführung und einigen Querschnittsfunktionen (z. B. Bankproduktdesign, Gebührenengine) weitere, von der RTC selbst entwickelte Module online. Im Januar 2010 meldete RTC die Einführung einer neuen Kartenlösung, die von SoftwareLoft konzipiert und entwickelt wurde. Vorteile unter anderem: Kreditkartendaten müssen nicht mehr manuell gepflegt werden, die Kartenlösung ist an die zentralen Anwendungen Geschäfts-, Buchungs- und Dispositionsservice gekoppelt, und neue Masken auf der IBIS3G-Oberfläche erleichtern die Arbeit für den Bankmitarbeiter. Demnächst wird IBIS3G mit dem Angebotsbereich „Anlegen" um weitere Funktionalitäten erweitert. Die neue Software beinhaltet eine komplette Portfoliomanagement-Lösung, Handelsplätze und Electronic Banking sind direkt angeschlossen.
„Erschreckend ruhige" Einführung
-- Die Erfahrungen bei RTC und deren Kunden mit der neuen Betriebsplattform waren von Anfang an gut. „Erschreckend ruhig" fand Urs Meier die Tage nach der Einführung des neuen Geschäftsservice. Die Banken hätten unter anderem die bessere Performance begrüsst; die Durchlaufzeit etwa für eine Monatsendverarbeitung, berichtet Longoni, ist heute um ein Drittel kürzer als zu Mainframe-Zeiten. Ein weiteres Beispiel: Die Eröffnung von Konten ist dank des neuen Wizards heute einfacher denn je. Und dank der Multi-Mandantenfähigkeit der neuen Lösung könne RTC nun für seine Kunden individuelle Produkte entwickeln. Die Banken ihrerseits können die Produkte innerhalb ihrer Gruppe zusätzlich individualisieren. Mit IBIS3G, bilanzieren die beiden RTC-Verantwortlichen, kann RTC die internen Plattformkosten wesentlich senken - „bei höherer Servicequalität und mehr Funktionalität".
Die Berner Bankexperten äussern sich nach den Erfahrungen mit IBIS3G lobend über ihre Software-Konstrukteure aus Norddeutschland. SoftwareLoft arbeite Anforderungen optimal aus, das Software-Design sei zukunftsorientiert und überzeugend, die Implementierung qualitativ auf einem sehr hohen Niveau und zeitlich sehr zuverlässig. Auch das Fixpreis-Modell von SoftwareLoft gefällt den Schweizern. Longoni: „Wir haben die volle Kostentransparenz." Longoni und Meier schätzen obendrein, dass SoftwareLoft nicht nur IT-, sondern auch Banken-Know-how mitbringt, wodurch die Zusammenarbeit erheblich erleichtert und grosses Vertrauen geschaffen werde.
Getestete Software aus Hamburg
-- Aus Sicht von RTC ist es auch ein grosser Vorteil, dass SoftwareLoft funktions- und integrationsgetestete Software im Sinne eines fertigen Produktes liefere. SoftwareLoft hat in Hamburg alle relevanten Komponenten des Kernbankensystems der RTC aufgebaut und integriert und testet jedes Modul zunächst sozusagen offshore. Dazu hat SoftwareLoft die „SL Testing Suite" entwickelt, ein Werkzeug, das Funktions-, Integrations- und Regressionstests beherrscht und dabei beliebig viele komplexe Testfälle verwaltet. Vorteil: Zeit-, Ressourcen- und Kostenersparnis. SoftwareLoft vermarktet die Testing Suite mittlerweile auch als Produkt.
Dass die Testing Suite zuverlässig arbeitet, hat RTC im eigenen Haus gemerkt. Nachdem der neue Geschäftsservice eingeführt war, lief wenige Wochen später der erste Halbjahresabschluss „sauber durch", berichtet Urs Meier. Für ihn und seinen Kollegen Longoni ist das ein weiterer Beleg dafür, dass man mit der Entscheidung, sich von der bisherigen Mainframe-Lösung zu verabschieden, richtig gelegen hat und nun über eine zukunftsfähige Lösung verfügt. Sowohl RTC als auch SoftwareLoft profitieren von der sehr guten partnerschaftlichen Zusammenarbeit beider Häuser. --||
und entwickelt wurde. Vorteile unter anderem: Kreditkartendaten müssen nicht mehr manuell gepflegt werden, die Kartenlösung ist an die zentralen Anwendungen Geschäfts-, Buchungs- und Dispositionsservice gekoppelt, und neue Masken auf der IBIS3G-Oberfläche erleichtern die Arbeit für den Bankmitarbeiter. Demnächst wird IBIS3G mit dem Angebotsbereich „Anlegen" um weitere Funktionalitäten erweitert. Die neue Software beinhaltet eine komplette Portfoliomanagement-Lösung, Handelsplätze und Electronic Banking sind direkt angeschlossen.
„Erschreckend ruhige" Einführung
-- Die Erfahrungen bei RTC und deren Kunden mit der neuen Betriebsplattform waren von Anfang an gut. „Erschreckend ruhig" fand Urs Meier die Tage nach der Einführung des neuen Geschäftsservice. Die Banken hätten unter anderem die bessere Performance begrüsst; die Durchlaufzeit etwa für eine Monatsendverarbeitung, berichtet Longoni, ist heute um ein Drittel kürzer als zu Mainframe-Zeiten. Ein weiteres Beispiel: Die Eröffnung von Konten ist dank des neuen Wizards heute einfacher denn je. Und dank der Multi-Mandantenfähigkeit der neuen Lösung könne RTC nun für seine Kunden individuelle Produkte entwickeln. Die Banken ihrerseits können die Produkte innerhalb ihrer Gruppe zusätzlich individualisieren. Mit IBIS3G, bilanzieren die beiden RTC-Verantwortlichen, kann RTC die internen Plattformkosten wesentlich senken - „bei höherer Servicequalität und mehr Funktionalität".
Die Berner Bankexperten äussern sich nach den Erfahrungen mit IBIS3G lobend über ihre Software-Konstrukteure aus Norddeutschland. SoftwareLoft arbeite Anforderungen optimal aus, das Software-Design sei zukunftsorientiert und überzeugend, die Implementierung qualitativ auf einem sehr hohen Niveau und zeitlich sehr zuverlässig. Auch das Fixpreis-Modell von SoftwareLoft gefällt den Schweizern. Longoni: „Wir haben die volle Kostentransparenz." Longoni und Meier schätzen obendrein, dass SoftwareLoft nicht nur IT-, sondern auch Banken-Know-how mitbringt, wodurch die Zusammenarbeit erheblich erleichtert und grosses Vertrauen geschaffen werde.
Getestete Software aus Hamburg
-- Aus Sicht von RTC ist es auch ein grosser Vorteil, dass SoftwareLoft funktions- und integrationsgetestete Software im Sinne eines fertigen Produktes liefere. SoftwareLoft hat in Hamburg alle relevanten Komponenten des Kernbankensystems der RTC aufgebaut und integriert und testet jedes Modul zunächst sozusagen offshore. Dazu hat SoftwareLoft die „SL Testing Suite" entwickelt, ein Werkzeug, das Funktions-, Integrations- und Regressionstests beherrscht und dabei beliebig viele komplexe Testfälle verwaltet. Vorteil: Zeit-, Ressourcen- und Kostenersparnis. SoftwareLoft vermarktet die Testing Suite mittlerweile auch als Produkt.
Dass die Testing Suite zuverlässig arbeitet, hat RTC im eigenen Haus gemerkt. Nachdem der neue Geschäftsservice eingeführt war, lief wenige Wochen später der erste Halbjahresabschluss „sauber durch", berichtet Urs Meier. Für ihn und seinen Kollegen Longoni ist das ein weiterer Beleg dafür, dass man mit der Entscheidung, sich von der bisherigen Mainframe-Lösung zu verabschieden, richtig gelegen hat und nun über eine zukunftsfähige Lösung verfügt. Sowohl RTC als auch SoftwareLoft profitieren von der sehr guten partnerschaftlichen Zusammenarbeit beider Häuser. --||
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